Mit einer zweitägigen Jubiläumsveranstaltung im Dorint-Hotel Magdeburg würdigte das 35
Jahre LEADER – 15 Jahre CLLD-Jubiläum die beeindruckende Entwicklung der lokalen und
regionalen Förderung in Sachsen-Anhalt. Vertreterinnen und Vertreter der Lokalen
Aktionsgruppen (LAG), Regionalmanagements, Verwaltungen und Institutionen nutzten die
Konferenz, um Bilanz zu ziehen, Erfahrungen auszutauschen und Perspektiven für die
Förderperiode nach 2028 zu diskutieren.
LEADER und CLLD: Bewährte Ansätze für starke Regionen
Seit mittlerweile 35 Jahren unterstützt das europäische Förderprogramm LEADER die
Entwicklung ländlicher Räume. Der Begriff steht für einen von der Europäischen Union
initiierten Ansatz, bei dem die Menschen vor Ort selbst die Entwicklung ihrer Region gestalten.
Lokale Aktionsgruppen entscheiden dabei auf Grundlage regionaler Entwicklungsstrategien
über Projekte und Förderprioritäten.
Vor 15 Jahren wurde dieser Ansatz in Sachsen-Anhalt durch CLLD (Community-Led Local
Development) erweitert. Während LEADER traditionell aus dem Europäischen
Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) finanziert wird und
seinen Schwerpunkt auf ländliche Entwicklung legt, ermöglicht CLLD die Einbeziehung
weiterer europäischer Fonds. Dadurch können auch Projekte in Bereichen wie soziale
Teilhabe, Beschäftigung, Bildung, Stadt-Land-Kooperationen oder regionale
Wirtschaftsentwicklung gefördert werden. LEADER ist somit der etablierte Förderansatz für
die ländliche Entwicklung, während CLLD den methodischen Rahmen für eine
fondsübergreifende, integrierte Regionalentwicklung schafft.
Blick in die Zukunft der Regionalentwicklung
Im Mittelpunkt des ersten Veranstaltungstages standen Fachvorträge, Workshops und
Diskussionen zur Zukunft der europäischen Förderpolitik. Nach einem Impulsvortrag zur
kommenden Förderperiode diskutierten die Teilnehmenden in fünf thematischen Workshops
unter anderem über Künstliche Intelligenz, Kooperationsprojekte, Demokratieentwicklung
sowie die zukünftige Ausgestaltung von LEADER und CLLD.
Die Ergebnisse flossen anschließend in eine Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und
Vertretern aus Landespolitik, Verwaltungsbehörden und den Lokalen Aktionsgruppen ein.
Die Vorsitzenden und das Regionalmanagement der LAG Bördeland beteiligten sich aktiv am
Workshop „Digitale Arbeitserleichterungen und Künstliche Intelligenz“. Der Workshop widmete
sich praxisnahen Anwendungen digitaler Werkzeuge und KI-Lösungen in der
Regionalentwicklung. Im Fokus standen der Erfahrungsaustausch zwischen den Regionen
sowie die Frage, wie innovative Technologien die tägliche Arbeit von Regionalmanagements
und Aktionsgruppen künftig effizienter unterstützen können.
Exkursion führt in die LAG Bördeland
Einen besonderen Praxisbezug bot der zweite Veranstaltungstag. Die Teilnehmenden konnten
zwischen drei Exkursionsrouten wählen, die beispielhafte LEADER- und CLLD-Projekte in
Sachsen-Anhalt vorstellten. Die Vertreter der LAG Bördeland nahmen an der Exkursion 1
„Route Süden“ teil. Diese führte zu verschiedenen kulturellen und sozialen Vorhaben in den
Lokalen Aktionsgruppen Magdeburg (MD4EU) und Bördeland (LAG Bördeland).
Dabei standen gleich zwei Projekte aus der LAG Bördeland besonders im Fokus. Mit der
„Dorfkümmerin für die Kinder- und Jugendarbeit Bördeland“ wurde ein innovativer Ansatz
vorgestellt, der Menschen, Vereine, Kommunen und Initiativen miteinander vernetzt und damit
den gesellschaftlichen Zusammenhalt in den Ortschaften stärkt. Das Projekt zeigt beispielhaft,
wie lokale Entwicklung nicht allein durch bauliche Maßnahmen, sondern vor allem durch
engagierte Menschen gelingt.
Ein weiteres Highlight war der Besuch des Kulturcentrums Taubenturm in Osterweddingen.
Hier wurde durch das Engagement örtlicher Akteure ein historischer Standort zu einem
lebendigen Zentrum für Kultur, Begegnung und Veranstaltungen weiterentwickelt. Die im
Rahmen der Förderung umgesetzte Sanierung in mehreren Teilprojekten u.a. der Einfriedung
des ehemaligen Klosterhofes leistet einen wichtigen Beitrag zur Aufwertung des gesamten
Areals und zur Bewahrung regionaler Identität.
Erfolgsmodell mit Zukunft
Die Jubiläumsveranstaltung machte deutlich, dass LEADER und CLLD weit mehr sind als
Förderprogramme. Sie stehen für Beteiligung, Eigenverantwortung und die Überzeugung,
dass die besten Ideen für die Zukunft einer Region aus den Regionen selbst kommen.
Zahlreiche Projekte in Sachsen-Anhalt zeigen seit Jahrzehnten, wie durch europäische
Förderung, kommunale Zusammenarbeit und ehrenamtliches Engagement nachhaltige
Impulse für Lebensqualität, Wirtschaft, Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt
entstehen.
Das Doppeljubiläum „35 Jahre LEADER – 15 Jahre CLLD“ war deshalb nicht nur ein Anlass
zum Rückblick, sondern auch ein starkes Signal für die Zukunft: Die ländlichen Räume
Sachsen-Anhalts verfügen über kreative Ideen, engagierte Akteure und leistungsfähige
Netzwerke, um die Herausforderungen der kommenden Jahre erfolgreich zu gestalten. Die
LAG Bördeland leistet hierzu mit ihren Projekten und ihrem Engagement einen wichtigen
Beitrag.

